wie alles anfing…

aus der perspektive eines fleischessers betrachtet, bin ich in einer ganz normalen familie aufgewachsen. es gab sonntags braten, werktags wurststullen, im winter eintopf mit speck und im sommer würstchen zum grillen. fleisch zu essen war in meinem umfeld eine selbstverständlichkeit, die nicht hinterfragt wurde. auch von mir nicht. – vorerst nicht.
schließlich war doch ein teil der verwandtschaft professionell ausgebildet im schlachten von tieren. auch privat wurde diese ‚fertigkeit‘ genutzt und meine familie profitierte davon. regelmäßig wurde die kühltruhe im keller mit den körperteilen eines toten schweins beladen. in den regalen gleich daneben stapelten sich die wurstdosen und auf dem dachboden baumelte der schinken zum trocknen. ein abstoßendes szenario – von heute aus betrachtet. damals aber hatte ich praktisch kein bewusstsein für die situation. ich aß fleisch. auch, wenn es mir nicht immer schmeckte. selbst die erste beobachtung einer schlachtung änderte zunächst nichts daran. ich konnte einzig ein vages gefühl wahrnehmen, dass es dem schwein sehr schlecht gehen musste, denn es hatte dabei furchtbar laut geschrien. einen zusammenhang zwischen dem schreienden schwein und meinem leberwurstbrot mit gürkchen konnte ich aber noch nicht herstellen. wie auch, ich ging ja noch nicht einmal zur schule. verwahrt in meinem unterbewusstsein führten die eindrücke dieser erlebnisse erst viel später in meinem leben zu konsequenzen.

fortsetzung folgt…